Zur Pause führten die WINGS nur knapp — bevor sie das Spiel in der zweiten Halbzeit zunehmend kontrollierten und im Schlussabschnitt mit 25:4 jeden Zweifel beseitigten. 250 Zuschauer in der Werner Heisenberg Sporthalle sahen am Ende einen klaren Sieg, der aber mehr Fragen aufwarf als Antworten gab.
Der Quartalsverlauf erzählt eine klare Geschichte: 17:15 und 18:17 nach den ersten beiden Vierteln — Hürth war in der ersten Hälfte ein unangenehmer Gegner und ließ sich nicht abschütteln. Erst nach der Pause fanden die WINGS ihre Gangart. Im dritten Viertel schraubten sie den Vorsprung auf 23:16, ehe das Schlussquartal mit 25:4 alles klärte. Topscorin des Spiels war Kendra Parra mit 17 Punkten, einmal mehr überragend war auch Tessa Brugler mit ihrem Double-Double mit 11 Punkten und sensationellen 19 Rebounds.
Patrick Reusch nahm nach dem Spiel kein Blatt vor den Mund: „Wir haben heute leider unsere bisher schlechteste Saisonleistung gezeigt. In der ersten Halbzeit waren wir defensiv durchgehend individuell im Kopf zu langsam, im 1 gegen 1 schlechter als unser Gegner und hatten einen Aussetzer nach dem anderen. Offensiv war nahezu jede Passentscheidung aus unseren Drives heraus die falsche und wenn man zusätzlich nur 4 von 22 hochwertigen Abschlüssen aus dem Zweipunktebereich erfolgreich abschließt, kommt eben dieser knappe Spielstand zur Halbzeit zustande.“
Den zweiten Durchgang sah Reusch differenziert: „Einige Dinge haben wir in der zweiten Halbzeit dann besser umgesetzt. Wir haben das Spiel natürlich neben entsprechender Spielzeitverteilung vor allem bewusst für die Dinge genutzt, die wir verbessern müssen und uns für die letzten Spiele flexibler machen, statt zu tun, was uns heute ein deutlicheres Ergebnis beschert hätte.“ Die Ansage für das vorgezogene Gastspiel in Bochum war eindeutig: „Am Donnerstag in Bochum muss aber jede Spielerin mit komplett anderem Fokus auftreten, wenn wir dort bestehen wollen.“
Während die WINGS beschäftigt waren, sorgte das Parallelspiel für eine Sensation: Bonn besiegte überraschend Göttingen — und damit stehen die WINGS und die Veilchenladies Göttingen nun punktgleich an der Tabellenspitze. Die Konstellation ist klar: Ein Sieg am Donnerstag in Bochum würde das letzte Heimspiel der regulären Saison in zwei Wochen gegen Göttingen zum direkten Duell um Platz 1 vor den Playoffs machen und ein Sieg würde trotz der Niederlage in der Hinrunde die Tabellenführung bedeuten. Die Motivation für die Reise nach Bochum könnte kaum größer sein.