Osnabrück legte von Beginn an los wie erwartet: hohes Pressing, viel Körperlichkeit abseits des Balles, und ein offensiv wie defensiv eingespieltes System, das die WINGS zunächst aus dem Rhythmus brachte. Die Gastgeberinnen gingen im ersten Viertel früh in Führung – doch Leverkusen blieb dran und setzte sich am Ende jedes Abschnitts knapp durch: 22:20 im ersten, 22:18 im zweiten, 20:16 im dritten und 17:15 im Schlussviertel. Kein einziges Viertel ging verloren – ein Zeichen der Konstanz, das sich letztlich im Endergebnis widerspiegelte.
Die stärksten Akteurinnen auf WINGS-Seite waren an diesem Abend die geteilten Topscorerinnen: Tessa Brugler (Nr. 3) lieferte in 31 Minuten mit 21 Punkte und 11 Rebounds ein Double-Double, dazu 2 Assists und 1 Steal. Gleichauf war Natalie Villaflor (Nr. 43) von der Bank, die mit 21 Punkten in nur 29 Minuten überzeugte – 64% Feldwurfquote, 50% von der Dreierlinie, dazu starke 83% an der Freiwurflinie.
Dahinter steuerten Olivia Okpara (9 Punkte, 7 Rebounds, 3 Assists) und Kendra Parra (9 Punkte) wichtige Beiträge bei, Zoe Hartmann kam von der Bank und traf 40% ihrer Dreier (7 Punkte).
Respekt gebührt auch dem BBC Osnabrück: Die Gastgeberinnen kämpften bis zum Schluss und boten keinen leichten Abend. Tonia Dölle war mit 18 Punkten, 7 Rebounds und 3 Assists die beste Spielerin auf Osnabrücker Seite, Charlotte Kreuzhermes traf trotz nur 16 Minuten Spielzeit auf beeindruckende 71% aus dem Feld und erzielte 13 Punkte. Annemarie Potratz-Bramscher komplettierte ihre Leistung mit 10 Punkten und 5 Steals.
Cheftrainer Patrick Reusch zog nach dem Spiel ein selbstkritisches, aber auch anerkennendes Fazit: „Wir hatten keinen guten Start in das Spiel und haben unseren Game Plan, aber vor allem unsere generell bekannten Prinzipien sehr schlecht umgesetzt. Osnabrück hat offensiv wie defensiv so agiert wie erwartet und es vor allem mit hohem Druck am Ball und viel Physis abseits des Balles geschafft, uns nicht in unsere Strukturen kommen zu lassen. Die Spielerinnen haben sich individuell im Laufe des Spiels etwas besser darauf eingestellt – wenn solche Dinge allerdings der Hauptfokus in der Spielvorbereitung sind, müssen wir das schneller schaffen.“
Dennoch sah Reusch auch klare positive Ansätze: „Wir haben ansonsten heute defensiv in allen gezeigten Verteidigungsvarianten einen soliden Job gemacht und auch viele sehr gute Offenses gehabt, wenn wir gegen den Druck in unsere Sachen reingefunden haben. Bei normaler Freiwurfquote entscheiden wir das Spiel früher, waren aber dafür sehr konstant und haben jedes Viertel knapp für uns entschieden.“ Und abschließend: „Respekt an Osnabrück für diese hohe Intensität, mit der wir im Hinblick auf die letzten Spiele und Playoffs individuell besser zurechtkommen müssen.“