Beim BBC Osnabrück verlor das Team von Headcoach Patrick Reusch am Sonntag in der Schlosswallehalle mit 64:78 (28:41). Überschattet wurde der Nachmittag von einer schweren Knieverletzung von Iva Banozic, die bereits im ersten Viertel ausschied.

Dass die Reise nach Osnabrück zum Saisonauftakt keine leichte Aufgabe werden würde, war allen Beteiligten im Vorfeld klar. Der BBC hatte in der vergangenen Spielzeit nur knapp den Einzug ins FINAL4 verpasst und gehört auch in dieser Saison zu den Teams, mit denen in der Liga zu rechnen ist. Diesen Anspruch unterstrichen die Gastgeberinnen von Beginn an.

Osnabrück setzte die WINGS mit einer aggressiven, physischen Verteidigung früh unter Druck. Die Leverkusenerinnen hielten zunächst dagegen und kamen bis auf 8:9 heran, ehe der BBC das erste Viertel mit 15:10 für sich entschied. Hinzu kam der bittere Moment, als Iva Banozic noch im ersten Abschnitt mit einer Knieverletzung ausfiel. Dieser Schock beschäftigte das Team spürbar. Zu Beginn des zweiten Viertels nutzte Osnabrück Leverkusener Ballverluste konsequent aus und zog mit einem 11:0-Lauf auf 25:10 davon. Die WINGS antworteten mit einem eigenen 9:0-Lauf und verkürzten auf 21:28. Bis zur Pause setzte sich der BBC jedoch wieder auf 41:28 ab.

Nach dem Seitenwechsel stabilisierten sich die WINGS und hielten das dritte Viertel mit 16:18 offen. Im Schlussabschnitt bewies die Mannschaft Moral: Nach dem höchsten Rückstand von 54:76 beendeten die Leverkusenerinnen die Partie mit einem 10:2-Lauf und entschieden das letzte Viertel mit 20:19 für sich. Am Ende stand ein 64:78 auf der Anzeigetafel.

Den Unterschied machten vor allem die Ballverluste. 22 Turnover leisteten sich die WINGS gegen die bissige Osnabrücker Defense, die insgesamt 13 Steals verbuchte, allein fünf davon durch Melina Hagenhoff. Hinzu kam ein Nachmittag, an dem die Würfe schlicht nicht fallen wollten: Mit 33 Prozent aus dem Feld und 22 Prozent von der Dreierlinie blieben die Leverkusenerinnen deutlich unter ihren Möglichkeiten. Dass die Einstellung stimmte, zeigte sich an anderer Stelle. Die WINGS gewannen das Rebound-Duell mit 38:34 und erarbeiteten sich über ihre Physis 32 Freiwürfe, von denen sie 72 Prozent verwandelten.

Beste Werferin der WINGS war Kendra Parra mit 22 Punkten. Sie erkämpfte sich immer wieder den Weg an die Linie und traf dort 9 von 11 Freiwürfen. Tamia Ugass steuerte 12 Punkte, sechs Rebounds und drei Steals bei, Olivia Okpara arbeitete mit neun Rebounds stark unter den Körben. Lisa Arz leistete sich in ihren gut 15 Minuten keinen einzigen Fehlwurf. Auf Osnabrücker Seite ragten Tonia Dölle (22 Punkte) und Annemarie Potratz-Bramscher (18 Punkte, 6 Assists) heraus, Carlotta Arlt kam in nur zwölf Minuten auf 13 Zähler.

Headcoach Patrick Reusch: „Es war das erwartet schwere Auswärtsspiel gegen einen starken Gegner, der uns mit durchgehender Aggressivität und Physis in der Verteidigung zu zu vielen individuellen Fehlern und Live-Ball-Turnovern gezwungen hat, obwohl wir auf den Druck und gewisse defensive Besonderheiten Osnabrücks eingestellt waren. Defensiv hatten wir zu viele Unkonzentriertheiten und Aussetzer, die Osnabrück mit guter Ballbewegung und hoher Trefferquote gut ausgenutzt hat. Demgegenüber waren unsere Quoten gemessen an der Qualität unserer Würfe etwas, was ich so noch nicht erlebt habe. Die Niederlage kommt vielleicht zu einem guten Zeitpunkt – die nächsten Wochen müssen wir eine Reaktion zeigen und deutlich fokussierter auftreten. Die schwere Verletzung und der Ausfall von Iva nach wenigen Minuten tut uns heute allerdings am meisten weh.“

Die gesamte WINGS-Familie wünscht Iva Banozic eine schnelle und vollständige Genesung.